Baptistle


In Lucian Reichs Werk „Hieronymus“ wurde Mitte des 19. Jh. erstmalig das Baptischtli erwähnt. Man nimmt an, dass der Baptischt mit dem Hüfinger Schneider Johannes Moog identisch sein könnte. Als Einzelfigur ist der Erznarr aus der Hüfinger Fasnet nicht mehr wegzudenken.


Im Jahre 1748 trug sich in der Narrenstadt Hüfingen folgendes zu:


Das Fasnettreiben wurde infolge eingetretener Landestrauer in jenem Jahr verboten (die Schwiegermutter des Fürsten war verstorben). Damit wollte sich der Baptischt aber nicht zufrieden geben und so bat er darum, doch wenigstens zum Fenster heraus mit den Kindern Fasnet machen zu dürfen. Dies wurde ihm auch erlaubt und so hängte er kurzerhand ein Fenster seines Hauses aus, schlug eine Scheibe aus, streckte seinen Kopf hindurch und ging im Fasnethäs gekleidet auf die Straße, um mit den Kindern Fasnet zu machen. Seither ist das Baptischtli der Erznarr der Narrenstadt Hüfingen und gleichzeitig ein Symbol für den Widerstand gegen die Obrigkeit.